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In der Vielfalt liegt die Stärke

Fotos: Lyam Crossdale und Shira Richman

Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, wie viele Kolleginnen und Kollegen mit internationalem Hintergrund Sie kennen? Ihnen fallen bestimmt etliche ein, denn: Immer mehr Beschäftigte bereichern die FAU durch im Ausland gereifte Blickwinkel und Fähigkeiten. Wir stellen zwei FAU-Mitarbeiterinnen und ihre Wege nach Deutschland und an die FAU vor.

Sprachentrainerin mit Leib und Seele

Heute unterrichtet Jennifer Ennim, unter anderem, Sprachkurse an der FAU. 1991 kam die in Coventry geborene Engländerin zunächst in Kassel an. Bevor die Idee, auszuwandern aufkam, hat sie in London studiert und als Beraterin in Rechtsfragen gearbeitet. Im Türkeiurlaub lernte sie Deutsche kennen; diese wurden zu Freunden. Mehrere Male war sie während der späten 1980ern zu Besuch. Diese Zeit des politischen Umbruchs fand sie so spannend, dass sie sich entschloss dauerhaft in Deutschland zu leben.

Ennim mit Freundin vor Manhattan Skyline

Jennifer Ennim (rechts im Bild) unterwegs in New York City. (Bild: Lyam Crossdale)

Ohne langfristige Planung ging das natürlich nicht. Ein Jahr nahm sie sich Zeit, um den Umzug zu planen und sich weiterzubilden, um Englisch als Fremdsprache für Erwachsene unterrichten zu dürfen. Nachdem auch noch die Wohnung verkauft und Hab und Gut verpackt und verschifft war, war es so weit.

In der ersten Zeit sei ihr so einiges fremd gewesen, berichtet Jennifer Ennim. Wie kurz angebunden die Deutschen am Telefon sind, wie unglaublich direkt, sowohl in der Arbeit als auch im Privatleben. Dass sie keine Zeit für Smalltalk haben und nach dem Motto „Zeit ist Geld“ leben. Diese Art verwunderte zunächst. Dass Deutsche doch höflich und entgegenkommend sind, habe die Britin aber dennoch herausgefunden.

Noch im selben Jahr fand sie eine feste Anstellung an einer Sprachschule in Nürnberg, wo sie mehrere Jahre unterrichtete. Zum Wintersemester 2008/09 wechselte sie an das Sprachenzentrum der FAU, wo sie als Lehrbeauftragte einstieg. Heute hilft sie FAU-Angehörigen, ihre Englischkenntnisse zu verbessern.

Die Sprachtrainerin hält Kurse im Zuge des „Admins Going Global“-Zertifikatsprogramms der Verwaltung. In ihren Job steckt Jennifer Ennim viel Herzblut: Sie liebt es, Englisch zu unterrichten, ermutigt ihre Schüler, die Sprache auch außerhalb des Unterrichts zu benutzen, und versucht Sprachunterricht mit Kulturunterricht zu verknüpfen. Hierzu empfiehlt sie Teil eines Sprachtandems zu werden oder bei Konversationsgruppen mitzumachen. Im Unterricht legt sich Jennifer richtig ins Zeug, powert durch die Einheiten damit am Ende auch jeder mit dem Gefühl, etwas gelernt zu haben, nach Hause gehen kann.

An der FAU gefällt ihr vor allem, wie interkulturell unsere Uni (geworden) ist. In ihren Kursen findet sie Teilnehmer mit Wurzeln aus ganz Europa und mit verschiedenstem fachlichem Hintergrund. Das bereichert, findet Jennifer Ennim, und ist eine andere Art von kulturellem Austausch. Daher kommt sie sehr gerne an ihren Arbeitsplatz – selbst nach vielen Jahren.

Mission Possible: Schreiben bis zur Perfektion

Von weit her, der Westküste der USA, oder genauer, Seattle, hat Shira Richman den Weg ans Writing Centre der FAU gefunden. Seit mehr als zehn Jahren unterrichtet die Amerikanerin kreatives und akademisches Schreiben und Literatur. Writing Centres waren ihr schon von zuhause vertraut: An einer technischen Universität in Colorado arbeitete sie an einem, dieses leitete sie schlussendlich auch. Nach Deutschland ist sie durch die Arbeit ihres Mannes gekommen.

Shira Richman

Bild: Shira Richman

Shira ist in der Welt herumgekommen, hat Stationen in Colorado, Alaska, New York, Indien und Israel absolviert, bevor sie nach Deutschland kam. Dass sie an der FAU gelandet ist, war ein Zufall. Eine Bekannte erzählte ihr beim Kaffeetrinken, dass an der FAU ein neues Writing Centre eröffnet werden soll. Die Idee, ein solches Zentrum aufzubauen fand Shira so verlockend, dass sie sich prompt bewarb. Natürlich ohne Foto auf dem Lebenslauf, wie in den USA üblich. Bekommen hat sie den Job, einiger bürokratischer Hürden zum Trotz, doch noch.

Seitdem hat sie im Writing Centre so einiges erlebt und viel gelernt, zum Beispiel, dass es in Deutschland okay ist, einen neuen Job mit einem Drink zu feiern. Ihr interkulturell vielschichtiger Hintergrund, ihre Erfahrung in der Industrie und ihre frühere Arbeit an einer technischen Universität, helfen der Amerikanerin tagtäglich die breit gefächerten Bedürfnisse der oft internationalen Besucher des Writing Centres zu erfüllen. Dazu gehört auch, deutsche Muttersprachler dazu zu bewegen, die Formalität deutscher akademischer Prosa hinter sich zu lassen und sich auf die weniger formelle, aber leichter verständlicher Sprache englischsprachiger Akademia einzulassen.

An der FAU gefällt Shira Richman besonders gut, dass es so viele Menschen aus unterschiedlichsten Ländern gibt; besonders im Writing Centre tummelt sich ein Mix verschiedenster Kulturen. Die Tatsache, dass die FAU ein Ort ist, der so weltoffen ist, mache es internationalen Kolleginnen und Kollegen leicht, sich wohlzufühlen, meint sie. Dass sie so hilfsbereit und offen empfangen wurde, hat Shira nicht nur den Start sehr vereinfacht: Der Wille FAU-Angehöriger, Expertise und Wissen bereitwillig zu teilen, bereichert die Schreiblehrerin noch heute.

Mehr Infos:

Jennifer Ennim und Shira Richman trifft man im Sprachenzentrum in der Bismarckstraße 10. Mehr Infos zum Zentrum gibt es unter https://sz.fau.de.

Fortbildungsangebot – Interkulturelle Kompetenzen

Die Admins Going Global-Sprachkurse und Coachings finden trotz Corona statt. Infos gibt es auf der Webseite „Weiterbildung und interkulturelle Komptenzen“.

Die Schreibberatung: Auch für Doktorand*innen der FAU

In einem Youtube-Video mit Studentin Ani erzählt Shira Richman vom Angebot der Schreibberatung. Mehr Infos gibts auf der Webseite learninglab.fau.de/schreiben.

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