Die FAU und ihre Energie: Podcast zur Energiekrise

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Zu Gast: Geschäftsführer des Energiecampus Nürnberg, Markus Rützel

Stecker raus, Licht aus, Computer nicht mehr im Stand-by-Modus einfach weiterlaufen lassen. Kleine Handlungsweisen die einen großen Unterschied machen beschäftigen momentan die meisten Menschen in ihrem Alltag – privat, aber auch in der Arbeit. 

An der FAU beschäftigt man sich schon lange mit Energie – zunächst durch die Energieforschung, in Bereichen wie der Photovoltaik oder Wasserstoff. In letzter Zeit ist das Thema aber in aller Munde, denn es wurden Maßnahmen für jede und jeden entwickelt, die helfen Energie zu sparen oder clever zu nutzen.

Die neuste Podcastfolge mit FAU-Kanzler Christian Zens und dem Geschäftsführer des Energiecampus Nürnberg Markus Rützel steht ganz im Zeichen der Energie der FAU.

Alle Folgen des Kanzlerpodcasts finden Sie auf dem Videoportal fau.tv, Apples iTunes oder hier auf den internen Seiten.

Transkript

Deborah Pirchner (DP): Gewissenhaft die Stecker ziehen und das Licht ausmachen, wenn wir den Raum verlassen. Es sind kleine Handlungsweisen wie diese, die sich zuerst in unserem Alltag eingeschlichen und dann verfestigt haben. Denn wir sparen Energie. Das tun wir einerseits privat, andererseits auch in der Arbeit. In unserer Arbeit. Anderswo ist das Thema Energie schon lange präsent. Zuerst durch die Energieforschung, die wir hier betreiben und in letzter Zeit auch, da wir wie alle anderen Energie sparen. Die heutige Podcastfolge steht ganz im Zeichen der Energie. Dazu sitze ich hier im Studio mit zwei Gästen wie immer. Dabei ist unser Kanzler Herzens. Hallo! Schön, dass Sie wieder da sind.

Christrian Zens (CZ): Immer wieder gerne.

DP: Und als Gast haben wir uns Markus Rützel eingeladen. Er ist der Geschäftsführer des Energie Campus Herrn Rützel, hallo.

Markus Rützel (MR): Hallo.

DP: Ich habe das Wort Energie Campus jetzt schon in den Mund genommen. Aber bevor wir vielleicht tiefer in die Materie eintauchen, können Sie uns noch erzählen, was der Energiecampus denn eigentlich ist und wer dort an was forscht?

MR: Sehr, sehr gerne. Also der Energie Campus Nürnberg besteht schon seit über zwölf Jahren. Es ist ein international anerkanntes, interdisziplinäres und über Institutsgrenzen hinweg, eine Forschungsplattform, die zusammen von der FAU, TH Nürnberg und auch der Hochschule Ansbach zusammen betrieben wird, mit dem Fokus auf der Energieforschung. Das heißt, wir bilden hier eine komplette Sicht auf das Thema Energie ab. Das heißt, wir nutzen die gesamte Energiekette, von der Erzeugung, Transport und Speicherung bis hin auch zu der Nutzung und setzen hier ganz zentrale Themen für das Thema Forschung im Energiebereich.

DP: Es klingt schon durch, dass es sehr viel Expertise gibt im Bereich Energie an der FAU. Wie kann denn diese Expertise vielleicht aus der Wissenschaft in die Praxis übertragen werden und wo kann die FAU durch den Energiecampus profitieren?

MR: Das ist eine gute Frage. Also wir haben hier immer mit verschiedenen Formaten die Möglichkeit, unser Wissen auch nach außen zu tragen. Also auch gerade mit dem Thema Energiesparen werden wir dann auch ab Dezember eine große Vortragsreihe zum Thema „Frag den Experten: Lösungen für die Energiezukunft“ auch anbieten, wo wir wirklich auch exemplarisch die Experten aus dem Energiebereich, aber auch die breite Bevölkerung damit auch ansprechen wollen, um hier quasi das Wissen, was wir hier uns auch angeeignet haben, auch nach außen zu geben. Weitere Formate, wie Die Lange Nacht der Wissenschaften, da sind wir auch ganz groß mit dabei, um quasi hier wirklich zu zeigen, wie kann man auch auf kleiner Ebene auch den ganz Kleinen, also den Kindern zeigen, was bedeutet Energie und wie kann man damit auch sehr, sehr gut auch damit umgehen.

<DP: Und diese Maßnahmen zeigen sich ja dann auch schon in unserem Alltag an der FAU. Können Sie uns vielleicht einen, natürlich unvollständigen, Überblick geben, was sich momentan tut, wo wir sehen, dass sich etwas tut und was der aktuelle Stand zum Thema Energie und auch Energiesparen ist?

CZ: Ich versuchs. Der Überblick muss notwendigerweise unvollständig bleiben, weil es ist in vielen Bereichen ist sehr viel tatsächlich los. Wir haben es im wissenschaftlichen Bereich nicht nur um Energiecampus. Wir haben auch diverse Lehrstühle und Departments, die sich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen, auch durchaus im Hinblick schon mit Blick auf die Exzellenzinitiative. Auch da gibt es im Bereich Photovoltaik, im Bereich Wasserstoff sehr, sehr gute Skizzen, die zurzeit verfeinert werden. Den ENCN, oder eigentlich die Person von Herrn Rützel, sollte man vielleicht auch noch mal ganz kurz erwähnen, haben wir auch mit einbezogen über unser Green Office. Hier haben wir auf hoffentlich niedrigschwellige Niveau und so, dass es auch viele, viele Kolleginnen und Kollegen erreicht, versucht, Maßnahmen zu entwickeln, die jeder jede von uns dann auch machen kann. Und da haben wir auch einen Rützel als Vertreter des ENCN mit dabei. Aber jetzt mal ganz konkret: Welche Beispiele könnte man nehmen? Ich fange mal bei einem meiner Lieblingsbeispiele an, weil es durchaus auch sichtbar werden wird. Das ist – das hört sich ein bisschen schräg an – ausgerechnet ein Parkhaus, aber das soll schon ein besonderes Parkhaus werden im Südgelände. Für all diejenigen, die sich einigermaßen auskennen: Das ist da an der Mathematik und wird im Grunde genommen gebaut werden müssen als Ersatzfläche für wegfallende Parkplätze, die für das Chemikum im zweiten Bauabschnitt benötigt werden. Wir hatten damals die Wahl ein Systemparkhaus, so wie man es kennt, von der Stange sozusagen, hinzusetzen und dann die die Stellplätze zu schaffen oder etwas Besseres draus zu machen. Ich hatte dann Kontakt aufgenommen mit dem Professor Brabec, der sich aus den Wirtschaftswissenschaften sehr intensiv beschäftigt mit Photovoltaik, und wir sind zur Idee gekommen wir machen auch die gesamte Fassade mit Photovoltaik, nicht nur auf Dach, sondern auch die Fassade. Und da muss man sich das nicht so vorstellen, dass es dann irgendwelche schwarze Platten sind, die da geschraubt werden, sondern die Photovoltaik bietet mittlerweile auch von der Designseite her unheimlich viele Möglichkeiten farbig, Logos, was auch immer sie machen wollen. Und das haben wir hier mit eingebracht, das ist uns auch genehmigt worden vom Ministerium sind, dass wir jetzt hier in ein paar Jahren wirklich einen Hingucker haben werden, der noch dazu aus meiner Sicht ja so ein bisschen ein Zeichen setzt, auch dafür wie man sich den Individualverkehr respektive den Autoverkehr künftig vorstellen kann. Es werden sehr viele Elektrolademöglichkeiten mit drin sein, nicht nur für PKWs, sondern auch für Pedelecs und Ähnliches. Es wird eine Fahrradwerkstatt noch mit integriert werden. Und wir haben sehr sehr viel Photovoltaik. Wie gesagt, das wäre ein sichtbares Beispiel. Ich möchte auch gerne erwähnen, ein wirklich tolles Projekt, was dann über das Green Office gelaufen ist und über die insbesondere engagierten Kolleginnen und Kollegen aus der Biologie, die auf der Biologie über Eigenleistung dann tatsächlich auf eine Photovoltaikanlage mit installiert haben, auch schon abgeschlossen haben. Die letzten Klemmen, wenn jetzt festgezogen sozusagen, und dann kann es auch tatsächlich ans Netz gehen. Da gibt es auch noch weitere Ideen. Es ist etwas, was ich als sehr, sehr positiv empfinde, insbesondere auch aus der Arbeit und dem Engagement aus dem Green Office heraus, wo viele Ideen tatsächlich auch gesammelt werden und wir versuchen, umsetzen zu können. Darüber hinaus darf man auch nicht unter den Tisch fallen lassen: Es gibt auch eine Bayerische Klimaschutz Initiative. Hier haben wir unter anderem auch für das Dach des ECAP, das ja komplett neu gebaut worden ist, im Süd Gelände auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Fakultät noch über 300.000 Euro zusätzlich bekommen, um die Photovoltaikanlage entsprechend auszubauen. Das sind dann natürlich dann auch schon wichtige Bausteine. Das ist jetzt aber auf der Erzeugerseite; regenerativer Energien ist ja nur ein Teilaspekt des ganzen Pakets. Nur mal, vielleicht habe ich die Zahlen auch schon mal gebracht, aber nur mal zur Verdeutlichung, damit sie ein Gefühl bekommen, wovon wir reden. Wir haben naturgemäß auch als recht technisch orientierte Universitäten sehr hohen Energiebedarf. Dass es im Wesentlichen Strom, Fernwärme und mit großen Abstrichen ein bisschen Gas. Wenn ich die Universität insgesamt Strom autark haben möchte, also keinen Strom zukaufen wollte, bräuchte ich 64 Hektar Photovoltaikfläche, also deutlich größer als das Südgelände. Darum ist jetzt in der Energieerzeugung bisher die Photovoltaik doch recht, wie soll man sagen, nachrangig. Aber das soll uns ja nicht daran hindern, dass wir es trotzdem nach Kräften ausbauen. Wichtig ist für uns die zweite Komponente, nämlich die Energieeinsparung. Und da können wir jetzt gerade beim Strom bleiben, weil er vielleicht noch greifbar ist, wie alle wissen, von zu Hause. Vielleicht haben wir auch schon die einen oder anderen Briefe bekommen von ihrem privaten Energieversorger sozusagen, wie sich die Preise entwickeln werden. Solche Briefe haben wir sicherlich auch bekommen. Bei uns sind das aber andere Dimensionen. Zur Verdeutlichung Wir haben insgesamt etwa im Jahr 2021 rund 19 Millionen Euro Energiekosten gehabt. Nicht nur Strom, sondern insgesamt 19 Millionen. Und wenn ich jetzt nur bei Strom bleibe, laufen die Prognosen für das Jahr 2023 auf 20 Millionen zusätzliche Kosten hinaus. Und das sind wahnsinnige Beträge. Da, glaube ich, sind wir alle sehr, sehr gut beraten, dass wir das, was wir zu Hause selbstverständlich machen, auch mitnehmen in die Arbeit, in unsere Büros, in unsere Labors und gucken, wo können wir Energie einsparen. Das ist auch Teil der der Überlegungen aus dem Krisenstab Energie. Wir haben einen Notfallplan entwickelt, mit verschiedenen Stufen und in den Stufen, in den ersten Stufen ist im Wesentlichen im Fokus. Was können wir tun, um Energie einzusparen? Wir sind jetzt heute noch ein bisschen früh dran und ich werde also in Kürze die ersten Auswertungen aus den Monaten August und September bekommen, um zu sehen, ob unsere Appelle, unsere Bemühungen gefruchtet? haben Informell weiß ich ja, sie haben gefruchtet. Wir haben etwa 8 % im September im Vergleich zu einem gemittelten Wert aus dem Jahr 2021 und aus dem Jahr 2018. Also es ist schon deutlich und freut mich total. Unsere interne Benchmark sollte bei etwa 10 % dann sein bis Ende dieses Monats. Wir werden dann sehen, wie wir es auswerten. Und was ich auch total toll finde: Wir haben ja im Grunde genommen die Möglichkeit, überall Daten zu generieren. Das ist wirklich Gebäude weise ablesbar, wie sich dann auch ein Nutzerverhalten auf die Verbräuche auswirkt. Und das wäre für mich schon auch ein Anreiz zu sehen, ich will es gar nicht sagen Wettbewerb, aber zumindest einen Anreiz zu sehen, was schaffe ich denn vor Ort in meinem Gebäude sage ich jetzt mal durch auch kleinere Maßnahmen ein Beitrag?

DP: Genau das ist ja auch sehr spannend, weil die Tatsache, dass man das Licht eine Stunde früher abstellt zum Beispiel, oder dass man ein Grad weniger Raumtemperatur hat, die verleitet ja schon fast dazu zu meinen, dass es keine Auswirkungen haben wird. Aber da liegt ja dann eben die Stärke auch in der Masse der Menschen, die diese kleinen Handlungen eben durchziehen, konsequent durchziehen. Und dann sieht man ja jetzt, Herr Zens, wie Sie jetzt gesagt haben, dass die prozentuale Einsparung doch gleich recht hoch ist.

CZ: Ja, auch die kleinsten Maßnahmen machen in der Summe gesehen natürlich auch einen Effekt aus. Das ist so und wir haben uns in der ersten Herangehensweise – oder zumindest ich persönlich in der ersten Herangehensweise – ich war ja ein bisschen ein bisschen geschockt sozusagen. Wenn man sich ein Einsparziel vorstellt und dann guckt, wo sind denn die größten Verbräuche? Sie brauchen sehr, sehr viele kleine Maßnahmen, um im Grunde genommen den gleichen Effekt zu haben, als zum Beispiel den Reinraum abzuschalten. Was ich nicht machen kann, klar. Oder einen Hörsaal aus der Nutzung zu nehmen und die Lüftung. Aber es geht. Das haben wir jetzt gesehen. Es funktioniert, wenn man tatsächlich dann auch überall kleinere Schräubchen dreht und bewusster damit umgeht, welche Geräte ich unbedingt brauche, welche ich zum Beispiel nicht brauche. Das haben wir auch letztes Mal auch schon erörtert. Es gibt, glaube ich, nirgendwo Denkverbote. Das sollte auch wichtig sein und es muss einfach eine Sensibilisierung erfolgen. Und das zeigt aus meiner Sicht, die ersten Werte zeigen, dass wir da schon auf gutem Weg sind. Es soll so weitergehen und ich bin mir sicher, dass wir die 10 %, die wir uns jetzt bis Ende Oktober vorgenommen haben, tatsächlich auch erreichen werden

DP: Vielleicht wollen Sie ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, welche dieser kleinen Maßnahmen Sie entweder privat oder auch in der Arbeit vielleicht umgesetzt haben? 

Herr Rützel, die Frage geht natürlich genauso an Sie. Ich zum Beispiel habe mir jetzt ab und zu im Zoom das Video gespart und es sind wirklich kleine Dinge, die dann noch helfen. Haben Sie auch irgendwelche Gewohnheiten entwickelt, die Sie vorher entweder nicht hatten und vielleicht auch nicht drüber nachgedacht hatten?

CZ: Also ich habe es jetzt nicht unbedingt in dem Kontext mit dem mit den Krisenszenarien, die jetzt gemacht werden, persönlich gemacht. Ich bin halt, gebe ich zu, durchaus auch ein bequemer Mensch. Deswegen habe ich mir lange Zeit keine Gedanken gemacht, die vier Kilometer, die von der Arbeit ins Büro brauche, nicht mit dem Auto zu fahren, das habe ich in diesem Jahr abgestellt. Die Freiheit fordert und ich gehe zu Fuß. Das will ich gar nicht in den Kontext stellen. Aber das sind Dinge, die tun mir auch gut, muss ich jetzt sagen. Ansonsten die anderen klassischen Methoden, wie zum Beispiel die Heizung runter zu drehen, stellt sich ja noch nicht, weil so einen tollen Oktober haben. Also das ist noch nicht das Thema. Ich bin immer vorher schon keiner gewesen, der, der seinen Computer immer auf Standby gelassen hat. Also vor den immer runter und ich nehme auch nur das Licht – das war auch immer vorher schon so – nur dann in Anspruch und nicht wirklich brauche. Aber ehrlich gestanden, ich bin jetzt noch nicht so weit gekommen, dass ich sage, was könnte ich den aktiv noch alles beeinflussen in meinem kleinen Umfeld sozusagen. Aber wir haben, wenn wir es ein bisschen weiterdrehen, jetzt auch im Schloss gerade uns über die Beleuchtung unterhalten, haben da zum Beispiel die Flur Beleuchtung auch entsprechend ausgestattet, mit LED Lampen, und die muss auch nicht ständig brennen, das ist ganz klar. Wir haben aus kleinsten Maßnahmen den Brunnen abgestellt. Also wir haben schon ein paar Dinge dann auch tatsächlich aufgegriffen, die die Kolleginnen und Kollegen so ins Spiel gebracht haben.

DP: Herr Rützel, ich würde die gleiche Frage gerne noch an Sie geben. 

MR: Gerne. Auch wir vom Energiecampus fühlen uns ja als Leuchtturm der Energieforschung. Und deswegen ist übrigens auch ureigenste Aufgabe zu sagen, dass wir im Bereich dieses Energiesparen auch mit vorne rangehen können, auch mal so ein Leuchtturm aufbauen. Wir möchten ja quasi hier auch mal so eine Best Practice Beispiele auch geben. Deswegen haben wir ja zum Beispiel für einen unserer Meeting Räume zusammen mit unserem Energieversorger Cenero, arbeiten wir da zusammen, ein Muster, sage ich jetzt mal, möchten wir da aufbauen, was dann das Thema Technik, Versorgung, Monitoring auch anbelangt, um hier wirklich zu zeigen, was bringt es denn, wenn man hier wirklich kleinere Maßnahmen in größere Maßnahmen dann auch umsetzt? Ist es denn wirklich so, dass eine Umsetzung in auf neue Technik, eine Umstellung auf neue Technik, auf LED Technik beispielsweise, die wir jetzt hier auch im Energiecampus im großen Stil auch wiedereinführen und die Lampen auch entsprechend austauschen – wie sich das dann zukünftig auch entwickeln wird. Das heißt, wir möchten nicht nur sagen, Ja, es gibt ein ominöses Beispiel dafür, sondern dass wir wirklich sagen können dieser Raum vorher, nachher, das hat es gebracht. Das waren die Investitionskosten. Und so möchten wir quasi sowohl für uns das Thema transparent machen, aber auch für die FAU und weit darüber hinaus, wie man es halt so von einem entsprechenden Leuchtturm auch erwartet. Gerade das angesprochen wird von dem Thema Monitoring. Was bringt das Ganze? Wir gehen jetzt sehr, sehr genau in die das Monitoring mit rein, also bis hin zu den einzelnen Heizkörpern, um halt wirklich zu wissen, wo sind denn auch die großen Verbraucher in unserem Gebäude auch mit drin. Das macht auch nur Sinn, hier dann auch die Sachen transparent zu machen und dann auch die entsprechenden Empfehlungen auszugeben. Zu sagen okay, an der Stelle kann man wirklich was machen. Da gibt es ein großes Delta, da gibt es gar nicht so großes Delta, weil die Maßnahmen und das ist halt so, wenn man gerade so in die Zeitung reinguckt und da sieht man seitenweise Möglichkeiten, was man da alles tun kann. Heizung runterdrehen bringt natürlich sehr, sehr, sehr viel. Es gibt aber auch so Kleinigkeiten, wo man denkt so naja, hört sich jetzt ganz gut an, aber ob das jetzt wirklich was bringt, dass man eine Minute weniger duscht? Und so weiter. Das sind gewisse Sachen, wo man sagt okay, wo bringt's denn wirklich was? Weil die Menschen müssen natürlich jetzt das Thema Energiesparen auf die Agenda nehmen. Die 200 Euro, die die Studenten jetzt im Dezember kriegen, das sollte nicht als positives Signal gesetzt werden, sondern eher als negativ ist zu sagen hier, da muss Geld gezahlt werden, weil halt wirklich die Energiekosten durch die Decke gehen. Und von dem wird es wahrscheinlich für jeden immer präsent sein. Wenn es jetzt nicht aus dem Umweltschutzgedanken kommt oder wie bei mir, ich bin so ein Energiefreak, habe auch eine Energieberaterfortbildung gemacht. Da haben wir auch eine ganz andere Sicht auf das Thema Energie. Aber spätestens dann, wenn es dann wirklich an den eigenen Geldbeutel geht, auch selbst. Da muss man dann wirklich gucken, Okay, da muss ich mir jetzt wirklich vielleicht von den alten Gewohnheiten Abstriche machen, um dann zu sagen okay, da muss ich dann wirklich im Bereich Wärme, Strom und so weiter mich bewusster verhalten. Bewusster heißt nicht sparsamer. Also das muss nicht heißen, dass man da jetzt im großen Stile Komforteinbußen hat, weil es sind teilweise nur minimale Sachen, die man macht. Herr Zens hat es hat ja auch angesprochen, was man da alles machen kann. Das sind schnell umsetzbare Möglichkeiten, die aber dann in Summe alle kleinen Maßnahmen Großes bewirken können.

CZ: Da muss ich vielleicht ein bisschen provozieren. Also es wird bestimmt die einen oder anderen geben, die sagen, Das haben wir immer schon gesagt. Das ist ja auch so, Also das, was wir jetzt hier diskutieren, ist auch schon vor Jahren von Kolleginnen und Kollegen immer wieder angesprochen worden, auch aus der Studierendenschaft. Zu Recht. Ihr könnt ja investieren in LEDs zum Beispiel oder Optimierung der Heizungen oder wenn es um Bewegungssensoren und Ähnliches geht. Was man da machen kann, ist alles richtig. Wenn wir jetzt in die Fotovoltaik gehen, ist alles richtig. Kann man tun und sollte man auch tun. Aber der Unterschied zwischen uns als FAU und einer Privatperson, den würde ich mal ganz kurz darstellen.

DP: Das wäre genau mein nächster Punkt gewesen, freut mich sehr, dass Sie das ansprechen.

CZ: Herr Rützel hat es schon gesagt, er ist Energieberater. Also ich würde, wenn ich jetzt zum Beispiel zu Hause gucke, ich habe durchaus die eine oder andere interessante Dachfläche. Ich würd mir die Überlegung stellen, wird mir Rat holen, und mich frage: Macht es Sinn für mich – auch finanziell gesehen – da eine Photovoltaikanlage drauf zu nehmen? Und dann kommt ein Energieberater vielleicht dazu. Herr Rützel, die Zahlen sind jetzt nicht mit ihn abgestimmt, aber nur als Beispiel: Er sagt dann ja, wenn sie die Investitionskosten und alles rechnen, dann amortisiert sich Ihre Anlage vielleicht in acht oder zehn Jahren und danach machen Sie Gewinn. Da würde ich sagen okay, Geld habe ich vielleicht nicht. Dann gehe ich zum Kreditinstitut meines Vertrauens und frage, ob ich das Geld bekomme. Und kann es dann gegengerechnet mit den mit den Zinsen, die ich aufwenden muss. Ich kann das nicht. Ich kann nicht zum Kreditinstitut meines Vertrauens gehen – welches auch immer – und fragen, Kann ich den für die Photovoltaikanlage auf der Biologie oder Physik oder wo auch immer, mir ein Kredit holen? In zehn Jahren habe ich das alles abbezahlt und dann mache ich einen Gewinn raus, weil wir keine Kredite aufnehmen dürfen. Das heißt, ich muss sehen, dass ich das Geld zusammenkratzen, irgendwo anders, um dann zu investieren. Und was bleibt dann auf der Strecke? Möglicherweise wichtige Bauunterhaltungsarbeiten, wenn es um Brandschutz geht und Ähnliches. Das ist sozusagen das Dilemma, in dem ich stecke. Ich würde es gerne anders machen, aber kann nicht. Das heißt aber nicht, dass es nicht machen sollten. Aber ich kann es nicht in der Größenordnung, wie ich es gerne tun würde. Da gibt es dann schon den ein oder anderen Frust, glaube ich, den man auf die Art und Weise bei den Kolleginnen und Kollegen auch erzeugt. Das muss man der Ehrlichkeit halber auch sagen.

DP: Ja, natürlich. Aber vielleicht deshalb ist es ja auch umso wichtiger, dass wir mit der Energie, die wir schon haben und die wir schon produzieren, zum Beispiel auf dem Dach des Biologikums, mit dieser Energie umso verantwortungsvoller umgehen. 

CZ: Genau das ist richtig. Und deswegen noch mal der Appell: Da kann jede, jeder von uns sein oder ihren Teil beitragen. Ich glaube, dass das muss man auch gar nicht ideologisch überfrachten, Das ist einfach gesunder Menschenverstand, aus meiner Sicht. Und mein Appell wäre, den gesunden Menschenverstand dann eben nicht zu Hause zu lassen, sondern mitzunehmen und zu gucken, Was kann ich denn tatsächlich in meinem Umfeld machen?

DP: Und die Auswirkungen, Sie haben ja vorher erwähnt, dass es demnächst Zahlen geben wird. Die werden wir dann wahrscheinlich auf der Unterseite FAUspartEnergie finden. Ich war vorher gerade noch mal auf der Seite und haben wir noch mal gedacht, wie toll die eigentlich geworden ist, wie viele Infos es dort gibt.

CZ: Genau das werden wir auf jeden Fall machen. Und wir werden auch schauen, wie weit, wie weit wir dann auch ins Detail gehen können. Ich habe ja gesagt, wir können im Grunde genommen jedes Gebäude isoliert erfassen, können auch sehen, wie es sich entwickelt. Es ist uns auch ganz wichtig, dass wir Verantwortliche vor Ort, Liegenschaftsverantwortliche, haben in den jeweiligen Gebäuden. Wir haben es beim letzten Mal schon angesprochen, Sie können ja nur ein Teil davon sozusagen jetzt zentral von oben ex cathedra vorgeben. Das funktioniert nicht per Rundschreiben oder per Verfügung oder was auch immer. Wichtig ist vor Ort, dass es dieses Bewusstsein tatsächlich auch zu haben und zu erzeugen. Da sind wir echt auf einem guten Weg. Und dann auch Personen benannt zu bekommen, die dann sich ich sage zwar mal, die Kümmerer sind. Die, ich sage mal dieses Thema Energiesparen jenseits des allgemeinen Geschäfts einer oder eines Liegenschafftsbeauftragten dann auch mit aufnehmen und sich dafür verantwortlich fühlen. Wir haben schon 175 Personen benannt bekommen. Ich habe auch noch mal die Dekane angeschrieben dazu. Wir wollen die Listen jetzt entsprechend ergänzen und das werden dann auch die wichtigen Ansprechpersonen für uns, wenn es, wenn es um Vorschläge und Maßnahmen geht. Da hat im Übrigen die oder da haben die Workshops des Green Office sehr viel dazu beigetragen, weil da sehr, sehr viel freiwillige Bereitschaft einfach da war. Also wir kennen jetzt schon sehr, sehr viele Ansprechpersonen, das ist gut und da wollen wir jetzt darauf aufbauen. 

DP: Vielleicht wollen wir noch ein paar Worte zu den Workshops verlieren. Herr Rützel, Sie haben, glaube ich, diese Workshops auch mit konzeptioniert?

MR: Ich war ein Teilnehmer davon. Also ich war auch mal in einem Workshop mit drin. Wie gesagt, wir haben auch selber beim Energiecampus auch noch mal so, wir haben es „Teetrinken“ genannt, das ist quasi zu einem Heißgetränk zusammensetzt und dann halt entsprechende Maßnahmen und Vorschläge im realen Umfeld diskutiert. Für uns ist es wichtig, dieses reale Umfeld noch mal darzustellen, damit sich die Leute auch sehen und auch die Diskussion haben. Und da kam auch sehr, sehr viel raus, was man auch in diesem Prozess mit aufgenommen und dem Green Office weitergeleitet haben. Wir haben halt auch gleichzeitig gezeigt, uns ist das wichtig und auch gleichzeitig die Akzeptanz für diese Maßnahmen auch zu schaffen, dass man hier auch mal ein bisschen konträr auch mal so eine Maßnahme diskutiert. Bringt es denn überhaupt was? Und da ist natürlich auch das persönliche Verhältnis: Also Herr Zens kommt mir dem Fahrrad, auch im Winter bei -15 Grad, ich übertreibe es mal so ein kleines bisschen, oder bleiben wir bei -5 Grad, aber trotzdem sehr, sehr kalt und sagt halt, erst mal brauche es, komme ich erst mal an und ich bin total durchgefroren. Und dann ist natürlich schon auch die Frage, Wie kriege ich jetzt erst mal die nötige Wärme in den Körper rein, damit man dann quasi hier dann auch arbeiten kann? Und da ist es natürlich das Verkehrteste zu sagen, Ja gut, dann heize jetzt erst mal mein Büro auf 25 Grad hoch. Und so weiter. Das soll es halt eben nicht sein. Sondern dass man hier quasi mit anderen Maßnahmen, beispielsweise mit einem Teeangebot oder auch, dass man sagt, okay, vielleicht gibt es auch einen speziellen Raum, den man zum Ankommen hat, der auch ein bisschen wärmer ist, damit dann quasi hier auch diese Möglichkeit gegeben wird, auch weiterhin Fahrrad zu fahren, mal nur zu sagen, Ja mei, im Büro ist es kalt oder in anderen Räumlichkeiten, deswegen muss ich mit dem Auto fahren. Das wäre natürlich auch kontraproduktiv. Das wäre zwar eine Optimierung auf Seiten der FAU, aber wir sind ja wirklich mit einer Gesamtverantwortung unterwegs.

FAU: Also wir sehen schon, es gibt einen sehr interessanten zusammen Stand aus wissenschaftlicher Expertise und dann aber auch Umsetzungsinitiative, nennen wir es mal, wenn es ums Energiesparen geht an der FAU. Ich möchte an der Stelle jetzt auch alle unsere Hörerinnen und Hörer noch mal einladen, auf der Energiespar-Webseite vorbeizuschauen. Die wird regelmäßig aktualisiert, wenn es was Neues gibt, erfahren Sie es da zuerst. Und danke Ihnen, Herr Zens, Herr Rützel herzlich für das Gespräch.

CZ: Ja, vielen Dank, gebe es gerne zurück. Hat Spaß gemacht.

MR: Vielen Dank für die Einladung. Kann ich nur zurückgeben.

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